07.11.20 - Sehr frostiger Novembermorgen

In der Nacht auf den 07.11.2020 sanken in Ostbayern die Temperaturen verbreitet auf 0 bis -7 °C ab, in Hochtälern des Böhmerwaldes östlich des Rachel und Lusen gab es sogar stellenweise bis -10 °C. In Tälern des Vorderen Bayerwaldes kühlte es im Bereich der Talmulden auf der Wiesenfeldener Hochfläche auf bis zu -7 °C ab, sodass hier in den Tälern des Vorderen Bayerwaldes deutschlandweit mitunter die tiefsten Werte überhaupt in der Nacht auf den 07.11.2020 verzeichnet werden konnten. In Wiesenfelden-Haunsbach konnte mit einer Tiefsttemperatur von -6,9 °C die tiefste Temperatur deutschlandweit an sämtlichen privaten und amtlichen Stationen verzeichnet werden. Im Hinteren Bayerwald konnte unsere Station in Schnellenzipf (Gemeinde Haidmühle) eine Tiefsttemperatur von -6,8 °C verzeichnen. In Achslach (597 m) wurde es mit minimal -5,9 °C ebenfalls recht kalt. Dagegen blieb es an exponierten Berglagen (oberhalb 700-800 m Höhe) mit Tiefstwerten von 4 bis 8 °C aufgrund der stark ausgeprägten Inversion wesentlich milder.

An der Wetterstation Eggerszell am exponiert gelegenen Höhenrücken (490 m) konnte mit -0,2 °C der erste Luftfrost der Herbst-/Wintersaison aufgezeichnet werden. Im wenigen hundert Meter entfernten Sockatal wurde es -1,6 °C kalt.

Nachfolgend ein paar Tiefsttemperaturen in der Nacht auf den 07.11.2020 aus dem Bayer-/Böhmerwald und Ostbayern:
Seefilz/Böhmerwald: -9,9 °C
Weitfäller Filz/Böhmerwald: -9,1 °C
Fürstenhut/Böhmerwald: -8,7 °C
Finsterau-Scheurek: -8,1 °C
Wiesenfelden-Haunsbach: -6,9 °C
Haidmühle-Schnellenzipf: -6,8 °C
Achslach: -5,9 °C
Kirchberg im Wald-Zell: -5,3 °C
Falkenstein-Witzenzell: -5,3 °C
Schorndorf-Knöbling: -4,4 °C
Zwiesel: -3,4 °C
Straubing: -3,1 °C
Saldenburg-Entschenreuth: -2,6 °C
Regensburg: -2,5 °C
Metten: -1,1 °C
Eggerszell: -0,2 °C
St. Englmar-Hinterwies: 4,7 °C (Berg-/Hanglage)
Großer Arber: 5,7 °C (Bergstation)
Dreisesselberg: 7,7 °C (Bergstation)


Nachfolgend noch ein paar Bilder aus Haunsbach bei Wiesenfelden, welche am Morgen des 07.11.2020 gegen 8 Uhr an einen der kältesten Stellen deutschlandweit aufgenommen wurden. Zumindest konnte deutschlandweit keine andere Station eine tiefere Temperatur als Haunsbach (Gemeinde Wiesenfelden / Kreis Straubing-Bogen) registrieren. Die Tiefsttemperatur sank dort in der Talsenke auf -6,9 °C in 2 m über dem Boden ab. Bodennah (5 cm) gab es sogar strengen Frost knapp unter -10 °C. Eine Nacht zuvor war es mit minimal -6,7 °C fast genau so kalt. Ähnlich kalt war es auf bayerischer Seite des Böhmerwaldes gebietsweise nur in Tallagen bei Neukirchen beim Heiligen Blut und direkt an der deutsch-tschechischen Grenze in Hochtälern des Hinteren Bayerwaldes bei Haidmühle und östlich von Finsterau.
Anmerkung: Die Talsenke in Wiesenfelden-Haunsbach ist ein perfektes Kälteloch. Die von den umliegenden Höhenzügen und Hängen abfließende Kaltluft in sternenklaren Strahlungsnächten kann sich optimal in der Senke ansammeln, da der weitere Kaltluftabfluss talabwärts durch Hügel und zudem durch ein größeres Waldstück abgeriegelt ist. Die kalten Luftmassen können sich in der Senke dadurch optimal über die gesamte Nacht hinweg ansammeln. Zudem sorgt die nur leicht hügelige Wiesenfeldener Hochfläche generell nachts großflächig für gute Auskühlung. Ähnliche Talsenken und Mulden gibt es rund um Wiesenfelden/Falkenstein im Vorderen Bayerwald zu Genüge.


Blick über die weiß-verreifte Talsenke in Haunsbach (Gemeinde Wiesenfelden) am Morgen des 07.11.2020 kurz nach Sonnenaufgang. Die Tiefsttemperatur erreichte hier in 2 Meter Höhe -6,9 °C. Zum Zeitpunkt der Aufnahme lag die Temperatur gegen 8 Uhr immer noch bei knapp -5 °C:



Nach strengem Bodenfrost und -7 °C Lufttemperatur war entlang der Talsenke in Hausnbach in den Morgenstunden bei Sonnenaufgang alles herrlich verreift. Tolle spätherbstliche bis frühwinterliche Kulissen waren zu bestaunen:



Die Talsenken bei Wiesenfelden und Falkenstein im Vorderen Bayerwald waren mitunter die kältesten Stellen deutschlandweit in der Nacht auf den 07.11.2020:



Blick über die dick-verreifte Talsenke in Haunsbach bei Wiesenfelden gegen 8 Uhr morgens am 07.11.2020 bei rund -5 °C:



Hier im Talkessel in Haunsbach sammelt sich bei sternenklaren Nächten die Kaltluft, welche von den umliegenden Berghängen abfließt. Der Luftfluss kommt hier im Tal weitestgehend zum Erliegen, da talabwärts die Senke stark durch Hügel und Wälder verengt wird:







Blick über die verreifte Landschaft in Haunsbach zur aufgehenden Sonne:



In den Talmulden im Bereich der Wiesenfeldener Hochfläche kommt selbst in den Sommermonaten in manch sternenklarer Nacht Bodenfrost vor. Selbst leichter Luftfrost ist im Juli oder August bei einer kühlen Sommerwetterlage hier nachts möglich:



Eine dicke Reifschicht bedeckte verbreitet die Gräser im Bayerwald am Morgen des 07.11.2020. In Tallagen wie etwa in Wiesenfelden-Haunsbach war der Reif aufgrund mäßigen Luftfrostes besonders intensiv:



Die Talmulden auf der Hochfläche bei Wiesenfelden/Falkenstein stellen wahre Kältelöcher dar. So fiel die Temperatur am Morgen des 07.11.2020 auf bis zu -7 °C ab. Bodennah (5 cm) gab es sogar strengen Frost bis knapp unter -10 °C:



Diese tolle verreifte Landschaft samt zapfiger Temperatur stimmte schon mal super auf den nahenden Winter ein:



Im Schatten hielten sich der Reif den ganzen Tag hinweg:



Blick auf eine direkt benachbarte Talsenke, welche sich bereits im Landkreis Cham (Gemeinde Michelsneukirchen) bei Momannsfelden befindet. Hier herrschen z.B. ähnliche Bedingungen wie in Haunsbach:




Nun noch drei Bilder, welche rund um die Wetterstation in Eggerszell am 07.11.2020 bei leichtem Frost in den Morgenstunden aufgenommen wurden:

Blick von Eggerszell nach Westen/Nordwesten bei Sonnenaufgang und toll verreifter Landschaft:



Blick zur Wetterstation Eggerszell mit Messfeld und den Wettersensoren:



Blick von Eggerszell nach Nordwesten/Norden über die schöne Reiflandschaft. Im Hintergrund sieht man den 624 m hohen Pilgramsberg mit Wallfahrtskirche St. Ursula:

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