26.09.20 - Zeitiger Winter auf den Bayerwaldbergen

In der Nacht auf den 26. September 2020 gingen die kräftigen Dauerniederschläge in den Kammlagen des Bayerwaldes oberhalb ca. 1100 m Höhe in Schneefall über. Am Hauptkamm des Hinteren Bayerwaldes zwischen Arber-Rachel-Lusen-Dreisessel gab es über Nacht oberhalb 1300 m Höhe zwischen 10 und 20 cm Neuschnee. Am meisten Neuschnee gab es in dieser Nacht im Bereich des Dreiländerecks am Dreisesselberg (1333 m ü. NN) und am Plöckensteinmassiv (bis 1378 m ü. NN). An unserer Wetterstation am Dreisessel (1309 m ü. NN) lagen in den Morgenstunden des 26.09.2020 vorübergehend bis knapp 20 cm Schnee, ehe dann im Verlauf des Vormittags leichtes Tauwetter bei Temperaturen bis maximal 1,3 °C einsetzte und sich die Schneedecke deutlich setzte. Selbst am darauf folgenden Tag am Sonntag, 27.09.2020 konnte noch eine ca. 5 cm geschlossene Schneedecke am Dreisesselmassiv verzeichnet werden. Erst in der Nacht auf den 29.09.2020 taute schließlich dann der meiste Schnee am Dreisessel ab.

Am König des Bayerischen Waldes, dem 1456 m hohen Großen Arber lag hingegen auch am 29.09.2020 noch eine geschlossene gut 10 cm dicke Schneedecke. Am letzten Septembertag konnte dort oben nochmals eine dünne Schneedecke verzeichnet werden. Am Großen Arber gab es somit fünf Tage in Folge eine geschlossene Schneedecke, was für Ende September durchaus bemerkenswert ist. Am Großen Rachel (1453 m) im Nationalpark Bayerischer Wald sah es schneetechnisch sehr ähnlich aus wie am Großen Arber. Da es aufgrund des starken Westwindes zu teils schweren Schneeverwehungen gekommen ist, gab es am Gr. Arber mitunter Schneewehen von über einem Meter.

In den Tallagen gab es zudem in diesem Zeitraum sehr ergiebige Niederschläge im Vorderen Bayerwald und an der Wetterstation Eggerszell. Die Wetterstation Eggerszell verzeichnete innerhalb nur vier Tagen zwischen dem 23.09. und 26.09.2020 satte 116 Millimeter Niederschlag, was absoluten Rekord für Ende September darstellt. Dadurch konnte ein rekordnasser Septembermonat in Eggerszell verzeichnet werden. Die übliche Regenmenge im September beträgt in Eggerszell nur knapp 70 Millimeter. Der Natur tat der viele Regen äußert gut. Da die Böden vor dem vielen Regen sehr trocken waren, konnten die Böden sehr viel Wasser aufnehmen, sodass Hochwasser an den Bächen und Flüssen derzeit trotz der heftigen Regenfälle kein Thema war.

Hier die täglichen Regenmengen der Wetterstation Eggerszell seit dem 23.09.2020:
23.09.2020: 59,4 mm
24.09.2020: 0,4 mm
25.09.2020: 20,6 mm
26.09.2020: 32,0 mm
27.09.2020: 3,2 mm

Auch außerhalb von Eggerszell gab es besonders im Vorderen Bayerwald aufgrund intensiver Staueffekte ergiebige Regenfälle. So konnte unsere Wetterstation in St. Englmar-Hinterwies innerhalb nur 48 Stunden am 25.09. und 26.09.2020 satte 108,8 mm Regen verzeichnen. An unserer Station in Achslach fielen satte 91 Millimeter innerhalb 48 Stunden.

Hier sind die 48 Stunden Regenmengen vom 25.09. und 26.09.2020 an unseren Wetterstationen im Vorderen Bayerischen Wald aufgeführt:
St. Englmar-Hinterwies: 108,8 mm
Achslach: 91,0 mm
Oberbreitenau: 70,6 mm
Eggerszell: 55,8 mm

Nachfolgend nun einige Frühwinterbilder, welche am frühen Vormittag des 26.09.2020 am Dreisesselberg (1302-1333 m ü. NN) im Bereich unserer dortigen Wetterstation aufgenommen wurden.


Beim Aufstieg zum Dreisesselberg wurde der Schnee ab ca. 1150 m Höhe rasch Höhenmeter für Höhenmeter markant mehr. Die Schneegrenze lag an diesem Tag bei etwa 1100 m Höhe. Diese Bank steht auf rund 1270 m Höhe:



Blick über das verschneite Messfeld samt der Sensoren unserer Wetterstation am Dreisesselmassiv (1309 m ü. NN) bei geschlossener Schneedecke:



Zeitiger Wintereinbruch am 26. September 2020 auf den Bayerwaldbergen wie hier an unserer Wetterstation am Dreisesselberg im südöstlichen Bayerwald im Landkreis Freyung-Grafenau. Links im Bild die dick verschneite Wetterstation Dreisesselberg:



Nochmals der Blick zur schön verschneiten Wetterstation Dreisesselberg mit Messfeld auf 1309 m Höhe am Vormittag des 26.09.2020. Es gab immerhin drei Tage in Folge (vom 26. bis 28.09.2020) einen meteorologischen Schneedeckentag:



Blick zur Wetterstation am Dreisessel (1309 m) von Süden/Südosten her:



Die dick eingeschneite Wetterstation am Dreisesselberg, welche seit Messbeginn am 31.05.2020 zuverlässig die Wetterwerte auf dem dortigen Bergmassiv auf 1309 m Höhe misst:



Schnee im September ist zwar auf den Bayerwaldbergen nichts ungewöhnliches, allerdings waren die über 15 cm Neuschnee am 26.09.2020 durchaus beachtlich und so etwas kommt definitiv nicht jedes Jahr vor:



Sehr nass war der Neuschnee am Dreisessel am 26.09.2020, im Tagesverlauf stellte sich bei Werten bis +1 °C leichtes Tauwetter ein. Die Schneedecke konnte sich jedoch noch bis Montag, 28.09.2020 halten:



So sieht es aus, wenn bereits im September der Winter auf den Herbst im Bayerischen Wald trifft:



Blick zum „Berggasthof Dreisessel“, welcher direkt am Bergkamm des Dreisesselberges steht:



Hier nochmals der Blick zum „Berggasthof Dreisessel“ von Osten her bei geschlossener Schneedecke am 26.09.2020:



Biergartenwetter herrschte am 26. September des Jahres 2020 definitiv nicht im Bayerwald…



Verschneite Winterlandschaft am Dreisessel auf rund 1300 m Höhe am 26.09.2020 bei 10-15 cm Schnee:



Dieser schöne verschneite Winterwald konnte Ende September 2020 am Dreisesselberg (1302-1333 m) bewundert werden. Auf den anderen vergleichbaren Bayerwaldbergen auf ähnlicher Höhe wie Arber, Rachel oder Lusen waren die Bedingungen sehr ähnlich:



Man konnte am 26.09.2020 auf den höchsten Bayerwaldbergen durch einen schönen frisch verschneiten Winterwald schlendern:







Der Winter schaute am 26.09.2020 zeitig zum ersten Mal auf den Bayerwaldbergen mit einer Schneedecke vorbei:



Ein regelrechtes Winterwunderland war auf den Kammlagen des Hinteren Bayerischen Waldes am 26.09.2020 wie hier am Dreisesselberg vorzufinden und zu bestaunen:





Blick zum höchsten Punkt des Dreisesselmassivs, dem 1333 m hohen Hochstein mit Gipfelkreuz:







Blick zum Gipfel des Hochstein (1333 m), welcher die höchste Stelle am Dreisesselberg ausmacht. Dort oben am sehr exponierten Gipfel wehte zeitweise stürmischer Westwind! Bei Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt herrschten aufgrund des stürmischen Windes gefühlte Werte von zeitweise deutlich unter -5 °C und es war daher gefühlt eisig-kalt:



Zum Schluss noch ein knapp 10 minütiges Video, welches die winterlichen Verhältnisse am Vormittag des 26.09.2020 am Dreisesselberg (bis 1333 m) zeigt:

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