Januar 2016


Januar 2016 – Merklich zu mild und viel zu nass



Wintereinbruch gleich zu Beginn des Monats

Während der erste Tag des Jahres noch ruhig und ohne Schneefälle verlief, setzte der Winter ab dem 02.01.2016 nach langer Zeit wieder ein Ausrufezeichen. Ab den Abendstunden des 02. Januars sorgte ein Tiefdruckgebiet über Nordwestfrankreich für die überhaupt ersten Schneefälle des meteorologischen Winters 2015/16. Der Dezember war zuvor in weiten Teilen Ostbayerns komplett schneefrei verlaufen. Vom 03.01. bis zum 06.01.2016 gab es an der Wetterstation in Eggerszell jeweils winterliches Wetter zu beobachten mit häufigen Schneefällen und winterlich kalten Temperaturen. Am 04. Januar kam es in Eggerszell sogar zu stärkeren Schneefällen mit insgesamt 12 cm Neuschnee innerhalb kurzer Zeit. Die Gesamtschneehöhe erreichte an diesem Tag mit 17 cm den vorläufigen Höhepunkt. Die erste Januarhälfte war gekennzeichnet von einer Luftmassengrenze, welche quer über Mitteleuropa lag. Diese trennte mildere Luft über Westeuropa mit sehr kalter Luft über Nordosteuropa. Während Ostbayern bis zum 07. Januar 2016 eher auf der kälteren Seite der Luftmassengrenze lag, bekam im weiteren Verlauf die milde Luft aus Westen wieder die Überhand. Ab dem 08. Januar 2016 setzte auch in Eggerszell stärkeres Tauwetter ein. Die Niederschläge fielen von nun an bis Mitte des Monats durchwegs als Regen. Bei Tageshöchstwerten von jeweils bis zu 4 Grad Celsius und teils kräftigen Regenfällen taute die Schneedecke bis zum 11. Januar weitestgehend ab. Selbst die Nächte blieben vom 08.01. bis zum 14.01.2016 durchwegs frostfrei. Insgesamt verlief bereits die erste Monatshälfte trotz einiger winterlicher Tage deutlich zu mild. Nur mickrige 2 Tage verliefen bis Monatsmitte etwas zu kalt im Vergleich zu den langjährigen Mittelwerten. Die restlichen Tage waren teils sogar deutlich zu mild für die Jahreszeit. Die ersten beiden Januarwochen verliefen aufgrund von anhaltendem Tiefdruckwetter sehr niederschlagsreich. Bereits am 13.01.2016 war mit 72 Millimeter Niederschlag das Monatssoll bereits erreicht. Besonders kräftige Regenfälle gab es vom 10.01. bis zum 13.01.2016 als binnen 4 Tagen satte 52 Liter Regen pro Quadratmeter fielen.


 

Tiefwinterlicher Wetterabschnitt ab dem 15. Januar

Pünktlich ab Monatsmitte gelangte durch eine stramme Nordströmung kalte Luft aus der Polarregion unter leichter Abschwächung nach Deutschland. Vom 15.01. bis zum 23.01.2016 stellte sich eine sehr winterliche Witterungsphase ein. Auch tagsüber lagen die Höchstwerte in diesem Abschnitt durchwegs teils deutlich unter dem Gefrierpunkt. Mit insgesamt 8 Dauerfrosttagen in Folge war dies eindeutig der kälteste und winterlichste Abschnitt des gesamten Monats. Bis ins Flachland herab konnte sich eine dünne Schneedecke ausbilden. Nach wiederholt auftretenden Schneefällen erreichte die Schneehöhe am 17.01.2016 mit 18 cm den höchsten Wert im bisherigen Winterverlauf. Besonders kalt war es vom 17.01. bis zum 22.01.2016 als die Tagesmittelwerte bei eisigen -7 Grad Celsius lagen. In insgesamt 3 Nächten trat sogar strenger Frost mit Tiefstwerten unter -10 Grad Celsius auf. Die tiefste Temperatur des Monats wurde in der Nacht zum 22. Januar mit -11,8 Grad Celsius registriert. Dies stellte die kälteste Temperatur seit dem 13.02.2012 dar. Damals war es mit -15,7 Grad Celsius allerdings noch deutlich kälter. Es ist somit seit fast 4 Jahren nicht mehr so kalt geworden wie es in diesem Monat der Fall war. Der kälteste Tag war mit einer Durchschnittstemperatur von eisigen -8,6 Grad Celsius der 19. Januar 2016.



 

Ende des kalten Winterwetters ab dem 24.01.2016

Ab dem 24.01.2016 wurde die kalte Frostluft im Verlauf wieder sehr weit nach Osteuropa abgedrängt. Mächtige Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik nahmen in den letzten 7 Tagen des Monats die Regie beim Wetter. Es stellte sich eine starke Westströmung über Mitteleuropa ein, welche dafür sorgte, dass sehr milde Luftmassen vom Atlantik einströmten. In Eggerszell stellte sich zunächst nur moderates, ab dem 27.01.2016 allerdings zunehmend starkes Tauwetter ein. Die Schneedecke taute an der Wetterstation Eggerszell bis zum 28. Januar 2016 aufgrund sehr milder Temperaturen komplett ab. Nur in höheren Bayerwaldlagen über 700 m konnte sich bis Monatsende noch eine dünne Schneedecke halten.

Der mit Abstand mildeste Abschnitt des Monats fand vom 27.01. bis 31.01.2016 mit Höchstwerten von jeweils 7 bis 10 Grad Celsius statt. Der sehr kalte Wetterabschnitt kurz zuvor wurde mit deutlich überdurchschnittlichen Temperaturen zu Monatsende rasch wieder ausgeglichen. Der Monat ging in den letzten Tagen viel zu mild zu Ende. Die letzte Januarwoche war um satte 7 Grad Celsius milder als der Durchschnitt. Der Höhepunkt der Milde wurde am 28. Januar erreicht, als am Vormittag das Thermometer in Eggerszell kurzzeitig die 10,0 Grad-Marke exakt erreichte. Dazu präsentierte sich der Monat auch bis zum letzten Tag sehr unbeständig und nass. Es dominierte generell in diesem Monat auf weite Strecken Tiefdruckeinfluss das Wetter in unserer Region. Die Wetterstation Eggerszell verzeichnete an insgesamt 23 Tagen messbare Niederschläge. Mit einer Gesamtniederschlagsmenge von 123,8 Liter pro Quadratmeter war der Januar 2016 der zweitnasseste Januar überhaupt seit Messbeginn 2007. Noch etwas niederschlagsreicher war nur der Januar im Jahr 2012 mit 147 Millimeter Regen. Die höchste Tagesniederschlagsmenge gab es am 11. Januar 2016 mit 17,4 Millimeter.


 

Trotz längerer winterlicher Abschnitte fiel der Monat mit einer Durchschnittstemperatur von -0,3 Grad Celsius im Vergleich zu den langjährigen Mittelwerten um knapp 2 Grad Celsius deutlich zu mild aus. Die langjährige durchschnittliche Januartemperatur beträgt in Eggerszell nämlich -2 Grad Celsius. Ausschlaggebend für den zu milden Gesamtverlauf waren vor allem die viel zu milden Wetterabschnitte kurz vor Monatsmitte und gegen Ende des Monats. Die Wetterstation Eggerszell verzeichnete 18 Tage mit Luftfrost und immerhin an 10 Tagen gab es Dauerfrost mit Tageshöchstwerten unter dem Gefrierpunkt. An 24 Tagen war in Eggerszell eine geschlossene Schneedecke vorzufinden, sodass dieser Januar wettertechnisch trotz der positiven Temperaturabweichungen phasenweise immer wieder hochwinterlichen Charakter aufwies. Die Gesamtneuschneesumme betrug 49 cm. Die stärkste Windböe trat am Abend des 30. Januar mit 72,4 km/h aus westlicher Richtung auf.



 
Am 03.01.2016 gab es die ersten Schneefälle des meteorologischen Winters 2015/16 zu beobachten: Traumhaftes Winterwetter gab es im Bayerwald Mitte Januar 2016, wie hier auf der Ödwies in der Nähe des 1095 m hohen Hirschensteins:





Wetterdaten-Zusammenfassung Januar 2016: