26.11.11-Extr. Raureifereignis mit enormen Schäden

Nach tagelangem dichtem Dauernebel, Temperaturen deutlich unter der 0 Grad-Marke und strammen Südwinden gab es besonders in den Gemeinden Rattiszell und Wiesenfelden ab rund 500 m enorme Raureifablagerungen an Bäumen und Sträuchern. Am Wochenende (26.11./27.11.) erreichte der extreme Eisnebel seinen teilweise katastrophalen Höhepunkt, sodass zahlreiche Bäume unter den Lasten des Raureifes einstürzten und massig Äste von den Bäumen abbrachen.

Das Besondere an diesem enormen Raureifereignis war vor allem die ungeheuere Dichte und Schwere des Raueises, da der Nebel anhaltend sehr dicht und feucht war. Noch dazu presste sich der Raureif bei Temperaturen zwischen -2 und -4 Grad richtig fest an die Bäume fest. Das Raueis klebte enorm heftig an den Bäumen und fiel auch durch viel Wind nicht von den Bäumen herunter, sodass viele Bäume den enormen Lasten nicht mehr Stand halten konnten und in sich zusammenfielen. Am stärksten betroffen waren dabei die Orte in den Gemeinden Rattiszell und Wiesenfelden, wo der Wind von Süden her ungehindert "hereinwehen" konnte. Die FFW Pilgramsberg musste an diesem Wochenende öfters wegen ungestürzter Bäume bzw. upassierbarer Straßen ausrücken.

> Dies war das heftigste Raureifereignis in unserer Region seit mehr als 50 Jahren! Verbreitet gab es in den Wäldern im Bereich Wiesenfelden-Pilgramsberg enorme Schäden!

Die Eggerszeller Wetterstation bei dichtem Eisnebel und Temperaturen um -2,5 Grad am Vormittag des 26.11.2011:


Auch in Eggerszell gab es starke Raureifablagerungen, welche bereits eine frühwinterliche Stimmung aufkommen liesen:


Besonders einige Birken wurden in Eggerszell durch den schweren Raureif beschädigt. Bei dieser kleinen Birke links im Bild brach die Krone unter der massiven Last ab:


Auch diese Birken in Eggerszell leideten bereits unter den Lasten des Raureifes:


Noch heftiger wurde der Raureif ab der Ortschaft Pilgramsberg! Viele Bäume waren dort bereits kurz davor unter dem Gewicht des Raueises einzustürzen:



Dieses Bild beweist, dass Raureif normalerweise seinen ganz eigenen winterlichen Reiz hat:


Oben am Gipfel des Pilgramsberges gab es eine sehr dicke Nebelsuppe, dazu starken Südwind und alles war schnee-weiß voller Raureif:


Da die uralte Linde am Gipfel des Pilgramsberges nach Süden zu komplet frei steht, konnte sich an diesem Baum besonders viel Raureif ansammeln. Sogar diesem Baum, welcher bereits viele extreme Wetterereignisse am Pilgramsberg erlebt hat, wurden die Lasten zu schwer, sodass sogar große Äste einfach abbrachen. Viele weitere Äste drohten in den kommenden Stunden ebenfalls abzubrechen:



Der Gipfel des Pilgramsberges wurde durch den abfallenden Raureif immer weißer und weißer...



Bäume am Gipfel des Pilgramsbergs (620 m) gegen Mittag des 26.11.2011:



Besonders dort, wo der Südwind ungehindert den Eisnebel an die Bäume drücken konnte, sah es am schlimmsten aus:


Enorme Lasten mussten die Bäume im Vorderen Bayerwald wie hier am 620 m hohen Pilgramsberg ertragen:




Besonders Birken litten sehr stark an der Raureifmasse und ließen dadurch ihre Kronen nach unten fallen:




Diese total freistehenden Birken bei Pilgramsberg auf rund 600 m traf es mit am schlimmsten. Beinahe jede Birke verlor ihren Gipfel und zahlreiche weitere Äste, welche teilweise auf die Staatsstraße 2147 fielen und für Verkehrsbehinderungen sorgten:




Viele Bäume drohten auf Straßen zu fallen. Das Ganze war nicht ungefährlich:



Bei vielen Birken brachen die Gipfel einfach ab:




Dick-eingereifte Birken in Pilgramsberg auf rund 540 m:




Besonders heftig traf es die Bäume zwischen Wäscherszell und Pilgramsberg. Dort wurden beinahe alle Birken zerstört:





Durch massiven Raureif zerstörter Wald bei Hirschberg (Gde. Wiesenfelden) :



Wie nach einem Bombeneinschlag sahen die Wälder im Vorderen Bayerwald nach dem heftigen Raureifereignis aus:






Hier der Grund für die massiven Raueisschäden! Es klebten dicke Eisklumpen an den Ästen der Bäume fest:


Nachdem die Temperaturen wieder nahe der 0 Grad Marke lagen, fiel der Raureif schön langsam von den Bäumen ab und bedeckten die Straßen mit einer mehreren Zentimeter dicken Raureifschicht:


Diese Bäume bei Pilgramsberg auf rund 600 m wurden durch den enormen Eisnebel schwer in Mitleidenschaft gezogen:








Ein Aufenthalt in den Wäldern war zu dieser Zeit lebensgefährlich, da ständig neue Äste und teils ganze Bäume in sich zusammenklappten:








Auch die alte Linde am Gipfel des Pilgramsberges wurde von Schäden nicht verschont! Einige dicke Äste brachen auch von diesem standfesten Baum ab.



Unter den Bäumen sammelte sich eine weiße Eisschicht durch den herunterfallenden Raureif an:









Total zerfetzte Birken:



Erst am späten Sonntagabend schaffte es die Sonne doch noch, den Eisnebel größtenteils aufzulösen:



Am Nachmittag des 27.11.2011 kam endlich die Erlösung für viele Bäume: Positive Temperaturen und Sonnenschein! Leider war es für viele Bäume zu diesem Zeitpunkt bereits zu spät:



Blick auf den Neundlberg (652 m) in der Gemeinde Rattiszell mit weißer Raureiflandschaft:



Nach tagelangem dichtem Nebel kam am späten Sonntagnachmittag doch noch die Sonne durch:


Auch für die Linde am Pilgramsberg (624 m) waren die Sonnenstrahlen eine pure Erlösung. Zumindest ein Gutes hatte dieses extreme Ereignis: Es kam durch den vielen Raureif am Boden zu richtigem Winterfeeling:


Sieht aus wie Schnee, ist aber alles nur Raureif am Boden:

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