15.08.2011 - Hochwasser nach heftigem Starkregen

Am 15.08.2011 setzte bereits in den sehr frühen Morgenstunden beinahe stationärer Regen ein. Die Regenfälle verstärkten sich im Laufe des Vormittags, sodass es für ca. 5 Stunden (von 18:00 bis 11:00 Uhr) teilweise extremen Platzregen mit Stundenmengen von über 20 mm gab. In Schüben schüttete es immer wieder wie aus Eimern. Einen Tag zuvor gab es noch schönes und warmes Sommerwetter mit Temperaturen über 25 Grad und viel Sonne. Anschließend wurde unsere Region in Ostbayern noch gegen Abend von heftigen Gewittern heimgesucht. Nur einen Tag darauf setzte der lang anhaltende Platzregen ein! Grund dafür war ein Trog, welcher die anfangs warme und energiereiche Luft nach Westen mit kühlerer Atlantikluft verdrängte. Während dieses Prozesses bildeten sich in schwüler Luft heftige unwetterartige Regenfälle! In Eggesrszell an der Wetterstation fielen binnen 5 Stunden 57,6 mm Regen, dies entspricht in etwa gut der Hälfte des normalen Monatsniederschlages im August. Da es im gesamten nördlichen Landkreis Straubing-Bogen und in der angrenzenden Chamer-Region verbreitet innerhalb kurzer Zeit zwischen 45 und 75 mm Regen gab, gab es an den Bächen und Flüssen heftige Überflutungen. Besonders betroffen war die Kinsach, welche etwas nördlich von Stallwang im Kreis Straubing-Bogen entspringt und nach Süden in die Donau mündet. Durch die heftigen Regenfälle schoss das Wasser sturzflutartig an den herumliegenden Berghängen hinunter, sodass sich ausgehend ab Stallwang eine Flutwelle bildete! Diese Welle sorgte zunächst in Stallwang für große Überschwemmungen und setzte dort den gesamten Sportplatz des TSV Stallwangs unter Wasser! Da die Kinsach nur ein sehr geringes Gefälle aufweist, dauerte es eine ganze Weile bis das Hochwasser auch in die südlicheren Dörfer Rattiszell und Ascha zog. In Rattiszell wurde der Scheitelpunkt des Hochwassers gegen 15:00 Uhr erreicht. In Ascha erst um ca. 19:00 Uhr am Abend. Insgesamt kam es im Bereich zwischen Ascha und Stallwang zu einem größeren Hochwasserereignis, allerdings blieb eine Katastrophe aus, da die Regenfälle zum Glück ab Mittag abklangen!

Nach platzregenartigen Regenfällen gab es zunächst gegen 12:00 Uhr in Stallwang heftige Überflutungen an der Kinsach:


Da bei Stallwang die Kinsach entspringt und dort aus den Berghängen und den kleineren Bächen die Wassermassen wie Sturzbäche zusammenflossen, kam die Flutwelle zunächst dort an. Der komplette Sprotplatz des TSV Stallwang stand teils bis zu einem Meter unter Wasser:


Es regnete innerhalb 5 Stunden verbreitet um 50 mm! Dies war in dieser kurzen Zeit zu viel Wasser für die Kinsach, sodass diese über die Ufer trat und den Stallwanger Fußballplatz komplett unter Wasser setzte:


Ein Maria Himmelfahrtstag an den man sich in Stallwang noch lange Zeit erinnern wird:





Massive Überschwemmungen in Stallwang gegen Mittag des 15.08.11:







Die Flutwelle an der Kinsach erreichte nach ca. 2,5 Stunden die Nachbarortschaft Rattiszell. Auch hier gab es großräumige Überflutungen:


Die Wassermassen rissen dabei alles mit was ihnen in den Weg stellte, sogar große Holzstöße wurden platt gemacht und mitgerissen. Zum Glück hatte dieser Anwohner in Rattiszell einen Gartenzaun angebracht, sodass sein Holz wenigstens nicht davon schwimmen konnte:


Aus der kleinen Kinsach wurde plötzlich ein reißender Fluss und erreichte teils an die 75 m Breite:


Überschwemmungen an der Kinsach bei Rattiszell gegen 15:00 Uhr:


Teils wurden auch Straßen von Wasser überspült:




Die Kinsach trat nach heftigem Starkregenfällen am 15. August zwischen Stallwang und Ascha über die Ufer:


Schließlich kamen die Wassermassen gegen 19:00 Uhr auch in Ascha an und sorgten auch hier für ein größeres Hochwasser:



Gott sei Dank ließen die Regenfälle ab Mittag nach und klangen am Nachmittag komplett ab, sodass eine Katastrophe ausblieb! Nicht vorzustellen, was passiert wäre, wenn es weitergeregnet hätte:


Aufgrund vollgelaufener Keller und großräumiger Überflutungen musste die FFW Ascha und FFW Gschwendt zum Einsatz ausrücken:


Die Kinsach erreichte teils eine Wassertiefe von über 3 Metern:


Die Straßen in Ascha wurden nur sehr knapp nicht überschwemmt, links im Bild die FFW Ascha:






Großräumige Überschwemmungen bei Ascha gegen 20:30 Uhr:




Selbst Siloballen wurden von den Wassermassen in Bewegung gesetzt und schwammen umher:



Hier noch ein abschließendes Bild der Wetterstation Eggerszell am Abend des 15.08.2011. Es regnete über den Tag verteilt 61,2 mm, wobei ca. 58 mm innerhalb 5 Stunden fielen. Überall stiegen deswegen noch Nebelschwaden auf. Diese Stimmung erinnerte dann schon sehr stark an den nahenden Herbst: