13.04.2011 - Aprilwinter im Bayerwald

Nach den sehr sonnigen und warmen Tagen in den vergangenen zwei bis drei Wochen, hat sich in den Hochlagen des Bayerischen Waldes der Winter wieder zurückgemeldet! Während bereits die ersten Bäume aufgrund der warmen Witterung in den letzten Tagen austrieben, schneite es heute immer wieder, teils sogar bis in die Täler herab. Im Vorderen Bayerischen Wald schneite es vor allem im Bereich der Gebirgsketten bei Sankt Englmar zeitweise, im Bereich des Hirschensteins sogar anhaltend und ergiebig! Bereits von der Früh weg steckte der Hirschenstein in dicken Schneewolken und es schneite dort oben ununterbrochen. Ich entschloss mich schließlich für eine nachmittagliche Wanderung auf den 1095 m hohen Bayerwaldberg.
Bei der Abfahrt in Eggerszell schneite es bei Temperaturen um 3 °C nur leicht, in Richtung der höheren Berge war aber alles grau in grau. Der richtig starke Schneefall setzte erst direkt an den höheren Bergen ab 700 m schlagartig ein, wenige Meter unterhalb davon gab es teils überhaupt keinen Niederschlag mehr und es war plötzlich schlagartig trocken! In Sankt Englmar auf rund 850 m schneite es dann sehr stark. Da die warme Aprilsonne die Böden in den letzten Tagen bereits stark erwärmt hatte, blieb der Schnee nur auf den Bäumen und auf den Dächern der Häuser liegen. Am Boden wurde es nur an schattigen Stellen weiß!

Ich machte mich von Rettenbach (Gemeinde Sankt Englmar) aus zu Fuß auf den Weg zum Hirschenstein. Bereits dort auf gut 700 m schneite es in Staffeln sehr stark, der Schnee blieb aber nur an kalten Stellen liegen:


Jeden Höhenmeter höher wurde der Schneefall stärker, auf ca. 850 m gab es bereits Starkschneefall inkl. Sturmböen:


Auf gut 900 m blieb dann bei negativen Temperaturen jede Flocke liegen und es wurde schnell weißer:


Irgendwie war es ein merkwürdiges Gefühl - nach den warmen und sonnigen Tagen mit bis zu 20 Grad - plötzlich wieder Schnee spüren zu dürfen:


Am Hirschenstein-Grad auf ca. 1000 m angekommen, bekam ich einen wahren Schneesturm mit extrem starkem Schneefall und Sturmböen zu spüren:


Als ich dann schließlich den Gipfel des Hirschensteins erreichte, stieg ich zunächst auf den Aussichtsturm des Berges. Leider waren die Witterungsverhältnisse so schlecht, dass nur ein kurzer Aufenthalt möglich war. Es gab direkt am Gipfel Sturmböen aus West inkl. starken Schneefalls. Jede Flocke fühlte sich im Gesicht wie ein Nadelstich an und Flocken gab es an diesem Tag sehr sehr viele...
Die Bäume hier oben müssen einiges aushalten und sind einiges gewohnt. Besonders bei Westwinden ist der Berg sehr windanfällig und es gibt häufig Stürme, sodass die Bäume nach Westen überhaupt keine Äste vorweisen:


Der Aussichtsturm von unten betrachtet. An schönen Tagen hat man von hier einen genialen Blick in die Donauebene. Bei Föhnwetterlagen sieht man an manchen Tagen sogar die Alpenkette:


Die Sicht am Gipfelbereich des Hirschenstein war extrem schlecht. Der Gipfel stecke nämlich in dicken Schneewolken fest. Einen Schneesturm mit Starkschneefall und Sturmböen gab es nebenbei auch noch:


Der Schneefall war so stark, dass innerhalb 20 Minuten weitere 5 cm Neuschnee fielen:


Hochwinterliche Stimmung im Wald:


Bald konnte man eine ca. 15 cm dicke Schneedecke bestaunen, welche jede Minute später aufgrund des heftigen Schneefalls um 0,5 cm dicker wurde:



Der Blick zum Himmel gestaltete sich grau in grau mit unendlich vielen Schneeflocken:



Beim Abstieg in Richtung Rettenbach wurde die Sicht wieder besser und man konnte einen schönen weißen Winterwald bestaunen:




Um ca. 17:00 Uhr hielten die Schneefälle ein kurze Pause ein, sogar der Gipfel des Hirschensteins wurde ganz kurz wieder frei. Wenige Augenblicke später zog es aber dann auch schon wieder stärker zu und es fing wieder anhaltend an zu schneien. Die Schneefälle hielten dann noch weit bis in die Nacht hinein an, sodass am nächsten Morgen eine bis zu 35 cm dicke Schneedecke am Hirschenstein vorzufinden war.

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