Gemeinde Rattiszell

Wappen der Gde. Rattiszell

Die Gemeinde Rattiszell liegt im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen in der Region Donau-Wald im Vorderen Bayerischen Wald. Diese Region wird häufig auch als Falkensteiner Vorwald oder Donauwaldgau bezeichnet. Die Ortschaft Rattiszell selbst liegt im schönen Kinsachtal auf 360-390 m zwischen Gallner (709 m) und Pilgramsberg (624 m). Rattiszell befindet sich demnach in der Übergangslandschaft vom Gäuboden zum Bayerwald! Im Gemeindegebiet gibt es die Orte Rattiszell, Haunkenzell, Euersdorf, Pilgramsberg, Eggerszell, Herrnfehlburg sowie zahlreiche kleinere Weiler und Einöden. Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 1.268, 1987 dann 1.314 und im Jahr 2000 1.394 Einwohner gezählt. Die Derzeitige Einwohnerzal beträgt 1433 (vom 31.12.2009).

 
Detailkarte der Gemeinde Rattiszell Lage von Rattiszell in Deutschland:

Klima

Das Klima ist innerhalb der Gemeinde sehr unterschiedlich! In den Wintermonaten haben die höher gelegenen Ortschaften über 500-600 m oft viel länger eine geschlossene Schneedecke als z.B. der Ort Rattiszell selbst. In normalen Jahren haben wir ca. 25-30 Sommertage und ca. 80-100 Schneetage. Während man häufig bei Süd- bis Westanströmungen Staueffekte beobachten kann, liegt die Gemeinde Rattiszell bei Ostwetterlagen im Lee (windabgewandte Seite) des über 1300 m hohen Böhmerwaldes. Die durchschnittliche jährlich Niederschlagsmenge beträgt im Gemeindegebiet zwischen 900 und 1100 mm. [Mehr]

Geschichte

Rattiszell gehörte den Herren von Buchstätt. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark, deren Sitz Rattiszell war. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. [Mehr]

Über Rattiszell

Rattiszell Kirche St. Benedikt

In einer Urkunde von Papst Urban III. aus dem Jahre 1186 wird Rattiszell mit dem Namen Rathalnszelle das erste Mal urkundlich erwähnt. Rattiszell liegt an der historischen Straßenverbindung zwischen Bayern und Böhmen, dem sogenannten Bojerweg. Hinter dem Namen Rattiszell verbirgt sich der altdeutsche Vorname "Hrodat". Als Ortsgründer gilt ein Benediktiner Mönch mit diesem Namen. Er rodete hier um 904 und baute eine Zelle auf. Aus dieser Zeit stammt auch der Name "Hrodatzelle" der heute noch mundartlich zum Teil so ausgesprochen wird. Im ehemaligen Landgerichtsbezik Mitterfels war Rattiszell eine der größten Hofmarken. Als erster urkundlich bekannter Hofmarksherr gilt Hilprant Ramsperger. Das Wappen der Ramsperger zeigt einen steigenden, gehörnten Widder. Dieses Emblem stellt heute noch einen Teil des Gemeindewappens dar. Ramsperger baute um 1330 auf dem alten Friedhof eine Burg oder ein Schloß, das um1492 abbrannte. Der übriggebliebene Schloßturm fand als Kirchturm Verwendung.

 

Die Wallfahrtskirche St. Ursula am Pilgramsberg

Der 623,7 m hohe Pilgramsberg wird gerne als "Berg der Seligkeit" bezeichnet. Er wird diesem Ehrentitel in zweifacher Hinsicht gerecht: St. Ursula, die Wallfahrtskirche, ist schon seit undenklichen Zeiten immer ein Anziehungspunkt für fromme katholische Christen gewesen, insbesondere aber seit der Entstehung der Marienwallfahrt 1839. Viele Tausende haben seitdem hier in Bedrängnis und Not Trost, Stärkung und Hilfe gesucht und gefunden. Die mit Votivbildern übersäten Wände des Kirchleins künden davon in Wort und Bild.Die andere Seligkeit überkommt den Wanderer und Naturfreund, wenn er vom Gipfel dieses einmaligen Berges die herrliche Aussicht über Waldgebirge, Täler und Ebene genießt. Der Pilgramsberg muss schon im Hochmittelalter ein religiöser Anziehungspunkt gewesen sein. Ob zu den ältesten urkundlich bekannten Kirchenpatronen Andreas und Magdalena auch schon gewallfahrtet wurde, ist zwar nicht bewiesen, jedoch liegt die Vermutung sehr nahe.

Dass aber schon in uralter Zeit, noch vor dem Erwerb der Statue der hl. Ursula, Wallfahrer zum Pilgramsberg zogen, ist urkundlich nachweisbar.Die Marienwallfahrt hat seinen Ursprung 1839. Zu Ostern 1839 kam ein Georg Fenzl nach Pilgramsberg und bot eine in seinem besitz befindliche Mutter-Gottes-Figur den Pilgramsbergern an. Die Bevölkerung und der Rattiszeller Pfarrer Menauer nahmen dieses Geschenk dankbar und freudig an. Am 14.April 1839 wurde Sie in feierlicher Prozesssion nach Pilgramsberg überführt. Sofort nach der Aufstellung des Bildes in dem Bergkirchlein setzte in der Bölkerung ein lebhafter Zustrom von Gläubigen zu diesem ein.

 

Typisches Landschaftsbild in der Gemeinde Rattiszell, Täler und Berge im Wechselspiel! Blick von Eggeszell auf das Kinsachtal mit Gallnerberg (links) und Hadriwa und Pfarrerberg im Hintergrund:



Blick über die Landschaft in der Gemeinde Rattiszell bei wunderschönem Wetter im Frühherbst 2011:

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