Gäuboden / Dungau

Lage des Gäuboden

Der Gäuboden ist hier bei uns im Vorderen Bayerischen Wald zum Greifen Nahe. Bei guter Fernsicht kann man sogar noch über das Donautal hinaus sehen. Sogar die Alpenkette erscheint bei grandioser Fernsicht über das Donautal hinweg. Der Gäuboden umfasst die flachen Gebiete an der östlichen Donau etwa zwischen Wörth a. d. Donau über Straubing bis kurz vor Vilshofen hinunter. Nördlich der Donau grenzt der Gäuboden an den Bayerischen Wald und südlich wird der Gäuboden durch das Niederbayerische Hügelland beendet. Der Gäuboden wird häufig auch als die "Kornkammer Bayern" bezeichnet, da der Lössboden dort in einigen der größten Lössgebieten Deutschlands sehr fruchtbar ist. Die größte Stadt im Gäuboden ist Straubing mit ca. 45.000 Einwohnern. Das Gebiet des Gäubodens liegt auf Höhenlagen zwischen 320 und 340 m, durch diese rel. niedrige Lage sind günstige klimatologische Bedinungen abzuleiten.

 

Lage

Die "Kornkammer Bayerns" findet man an der Donau zwischen Regensburg über Straubing bis Deggendorf und Osterhofen hinunter. Die Landschaft im Gäuboden zeichnet sich durch endlos flache Felder und Wiesen aus. Größere Wälder gibt es direkt im Gäuboden keine.


Klima

Das Klima im Gäuboden kann als gemäßigtes Kontinentalklima bezeichnet werden. Die klimatischen Verhältnisse sind geprägt durch kalte Winter (Kaltluft lässt sich nur schwer aus dem Donautal vertreiben) und warmen bzw. heißen Sommermonaten. Teils gibt es sogar längere Dürreperioden in der Dungau. Im langjähren Mittel fallen hier zwischen 750 und 800 mm Regen im Jahr. Die langjährige Durchschnittstemperatur liegt bei ca. 8,5 °C während eines Jahres.

Durch die Lage in der Donauebene bildet sich häufig Nebel, vor allem im Frühjahr und Herbst, was kühle Temperaturen zur Folge hat.
Klimadiagramme aus der Gäubodenstadt Straubing: (Quelle: Klimadiagramme.de / Hr. Mühr)


Entstehung

Grundlegend für die Entstehung des Gäubodens war die Hebung der Alpen mit einer damit einhergehenden Senkung, die sich nordwärts bis zum viel älteren Bayerischen Wald erstreckte. Ein Naturdenkmal alter Erhebungen, die versanken, ist zum Beispiel der Natternberg südlich von Deggendorf. Während der letzten Eiszeit (Würmeiszeit) wehten Stürme aus weitgehend vegetationsarmen Landschaften viel kalkhaltigen Staub in den tiefergelegenen Gäuboden, woraus sich dann der bis zu sechs Meter dicke Löss bildete. Seit etwa 5500 v. Chr. ist der Gäuboden besiedelt und landwirtschaftlich genutzt.

Geographie

Der weite Talraum der Donau entstand während des Quartärs, als sich das Hügelland hob, während sich die Donau in den leicht erodierbaren Sedimenten des Schwemmaterials (Molasse) ständig weiter eintiefte. Über den Schottern lagerte sich Löß als eiszeitliche Staubanwehung ab.
Der Gäuboden ist klimatisch ziemlich kontinental geprägt. Er weist heiße Sommer und strenge, anhaltende Winter auf. Mit zunehmender Nähe zum Bayerischen Wald nimmt die Niederschlagsmenge von 600 auf 850 mm zu. Im Herbst und Winter treten häufig Inversionswetterlagen mit Nebel auf, im Frühjahr sind damit Spätfröste verbunden, die den Obstanbau oft behindern. Die Sommer sind charakterisiert durch oftmalige Schwüle und hohe Temperaturen. Der Gäuboden fungiert in den Sommermonaten bei günstigen Wetterlagen häufig als Gewitterkessel, da sich Gewitter in dem flachen Gebiet immer wieder neu regenerieren können! Auch monströse Gewitterzellen (Superzellen) treten im Gäuboden häufiger auf als z.B. im Bayerwald.
An Bodenarten überwiegen Löß und Lehm, die Braunerden und Parabraunerden ausgebildet haben. Der Boden des Gäubodens gehört mit Bodenwertzahlen von 40 bis 90 zu den landwirtschaftlich wertvollsten Böden Bayerns.

Pflanzen- und Tierwelt

Trotz der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung bietet der Gäuboden noch immer vielen seltenen Pflanzen- und Tierarten Lebensraum. Im Bereich von Altwässern kommen verschiedene Laichkraut-Arten vor, dazu Teichrose, Wasserfeder, Gemeiner Froschbiss und Krebsschere. Auf Wiesen sind Sibirische Schwertlilie, Mehlprimel, Niedrige Schwarzwurzel, Gewöhnliche Natternzunge und Mücken-Händelwurz zu finden. Halbtrockenrasen werden von seltenen Orchideenarten wie Helm-Knabenkraut, Brand-Knabenkraut, Kleinem Knabenkraut, Wanzen-Knabenkraut, Zweiblättriger Waldhyazinthe, Pyramiden-Hundswurz sowie anderen Pflanzen wie Rosmarin-Seidelbast und Frühlings-Enzian bewohnt. In den wenigen Resten von Eichen-Hainbuchenwäldern kommt der Türkenbund vor, in den kleinflächig vorhandenen Kiefernwäldern fällt das häufige Vorkommen der Weichselkirsche auf.
Der Seefrosch hat im Bereich der Donau einen regionalen Verbreitungsschwerpunkt. Bei einer Untersuchung im Jahr 1976 wurden in der Donau bei Vilshofen 26 Fischarten festgestellt, bei Straubing 19. Im Gebiet zwischen Niederachdorf und Vilshofen fand man für die Zeit zwischen 1900 und 1977 252 Vogelarten, von denen 159 als Brutvögel nachgewiesen wurden. Unter anderem gehören das Blaukehlchen, der Große Brachvogel und der Rotschenkel zu den Besonderheiten.

Blick vom Pilgramsberg im Vorderen Bayerischen Wald in den Gäuboden:

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