07.05.19 - Spätwinterwetter am Großen Rachel

Am 07. Mai 2019 unternahm ich eine ausgiebige Wandertour auf den Großen Rachel. Ausgangspunkt war ein Parkplatz in der Ortschaft Spiegelau auf etwa 750 m Höhe. Mein erstes Ziel war dabei zunächst der Parkplatz Gfäll auf 945 m Höhe. Von dort aus ging es dann in großen Schritten weiter in Richtung Rachelgipfel. Anschließend führte mich meine Wanderstrecke vom Gipfel hinab in Richtung Rachelkapelle und schließlich zum Rachelsee. Danach ging es vom Rachelsee wieder zurück nach Spiegelau. Insgesamt belief sich die Wanderroute auf 24 km mit ca. 750 Höhenmetern. Mit Pausen war ich rund 7 Stunden unterwegs. Da es unter der Woche war und zudem der Rachel zu dieser Jahreszeit noch nicht allzu häufig bestiegen wird, traf ich während meiner Wanderung nur auf 5 Wandergruppen. Die allermeiste Zeit konnte ich in völliger Ruhe wandern. Insgesamt war es eine richtig tolle Wandertour in wunderschöner Landschaft inmitten des Nationalparks Bayerischer Wald. Das Wetter präsentierte sich während der Wanderung unterhalb etwa 900 m herbstlich frisch, oberhalb 1000 m war es spätwinterlich kalt mit Temperaturen nur wenig über dem Gefrierpunkt. Ab etwa 1300 m Höhe gab es sogar leichten Luftfrost. Ganz oben am Gipfel auf 1453 Meter Höhe war es bei -1 Grad Celsius, verreiften Bäumen und rund 1 Meter Schnee richtig winterlich. Ab etwa 1100 Meter Höhe setzte beim Aufstieg zum Gipfel sogar leichter Schneefall und Graupel ein. Der Himmel blieb über die gesamte Wanderung komplett bedeckt.

Am Parkplatz in Spiegelau (ca. 750 m NN) startete ich meine Wandertour. Ein großes Schild weißt dabei auf den "Nationalpark Bayerischer Wald" hin:


Da sich hier im Talkessel bei Spiegelau-Klingenbrunn (ca. 750 m NN) in sternenklaren Nächten jeweils ausgedehnte Kaltluftseen bilden, ist die Natur trotz der teils frühsommerlich warmen vergangenen Wochen noch weit zurück. Nur die wenigsten Bäume wiesen bereits zarte Austriebe auf. Die meisten Bäume befanden sich in Talnähe noch im Winterschlaf. Hier ganz in der Nähe betreibt die MeteoGroup in Klingenbrunn-Bahnhof auf 760 m Höhe seit vielen Jahren eine Wetterstation:


Auf einer engen Landstraße ging es zunächst knapp 6 km hinauf zum 945 m hoch gelegenen Parkplatz Gfäll. Ab diesem Parkplatz begann der eigentliche Wanderweg inmitten eines dichten Buchenwaldes. Während hier noch vor wenigen Jahrzehnten ein dichter Fichtenwald vorherrschte, hat sich die Buche - nachdem viele Fichten dem Borkenkäfer zum Opfer fielen - in den letzten Jahren wieder großflächig ausgebreitet. Generell fiel während der gesamten Wanderung auf, dass unterhalb 1200 m Höhe weit verbreitet die Buche in den letzten Jahren die Oberhand gewonnen hat. Kleine Fichten sah man von weitem nicht so häufig als heranwachsende Buchen. Weiter hinauf wie rund 1200 m Höhe schafft es jedoch die Buche - klimatisch bedingt - noch nicht. Oberhalb 1200 m Höhe sah man schlagartig fast nur noch ausschließlich Fichten.
Auffallend war auch, dass die Natur weiter oben zwischen 900 und 1100 m bereits wesentlich weiter fortgeschritten war, als unten im Tal bei Spiegelau. Grund hierfür waren die jeweils deutlich milderen Nächte in exponierten Hang-/Berglagen während der frühlingshaften Wetterphase im April, sodass sich die Natur weiter oben bereits prächtig entwickeln konnte.
Hier im Bild ist der Weg kurz nach dem Parkplatz Gfäll in Richtung Rachel zu sehen. Die Höhenlage auf diesem Bild beträgt etwa 1020 m:


Aufgrund der teils sehr frostigen vergangenen Tage wiesen die Buchen auf einer Höhenlage zwischen 950 und 1150 m Höhe verbreitet Frostschäden auf:


Hier auf 1160 m Höhe waren die Buchen noch nicht ausgetrieben. Auf dieser Höhenlage befand sich in etwa auch die "Buchengrenze". Nur wenige Höhenmeter weiter oben sah man plötzlich keine Buchen mehr. Zudem setzte ab hier auch geringer Schneefall ein, was auf den Bildern allerdings nicht erkennbar ist:


Ab einer Höhenlage von 1200 m war plötzlich Schluss mit dem Buchenwald und man kam in einen weitestgehend abgestorbenen Fichtenwald. Hier auf 1280 m Höhe boten sich die ersten tollen Fernblicke nach Süden und Südwesten auf den Vorderen Bayerischen Wald mit dem 1011 m hohen Brotjackelriegel in der Bildmitte:


Kaum vorzustellen, dass hier bis vor 20-25 Jahren noch ein dichter Fichtenwald regierte. Auf knapp 1300 m Höhe findet man nur noch einen weitestgehend abgestorbenen Fichtenwald vor. Einige junge Fichten und sogar auch einzelne Buchen wachsen allerdings bereits wieder nach. Es wird hier jedoch noch Jahrzehnte dauern, bis hier wieder ein dichter Wald nachwächst:


Der Borkenkäfer konnte sich hier in der Region im Nationalpark Bayerischer Wald besonders in Hochlagen über 1200 m vor einigen Jahren rasant ausbreiten, nachdem schwere Stürme Windbrüche verursacht haben und großflächig die Fichten beschädigten. Die vorgeschädigten Bäume waren dann "leichtes Opfer" für den Borkenkäfer. Wie man sieht, wachsen aktuell nur recht wenige junge Fichten nach. Es wird daher noch einige Jahrzehnte dauern, bis sich hier der Wald und die Natur wieder erholt. Die Natur wird hier im Nationalpark Bayerischer Wald ganz sich alleine überlassen:


Ab einer Höhenlage von 1300 m wandert man in einem fast "toten Wald" weiter in Richtung Waldschmidthaus und Großer Rachel. Windwurf, Stürme und der Borkenkäfer haben wir ganze Arbeit geleistet:


Hier auf ca. 1300 m Höhe fand ich die erste kleine Wetterhütte, in welcher Temperatur und Luftfeuchtigkeit gemessen wird. Die Wetterhütte befindet sich jedoch nicht wie normalerweise vorgesehen in 2 Meter Höhe, sondern aufgrund des im Winter oft meterhohen Schnee in 3 Meter Höhe. Im Hintergrund sieht man die Berghänge des Vorderen Bayerischen Waldes zwischen Brotjackelriegel (1011 m) und Einödriegel (1121 m)


Ab 1300 m Höhe sieht der Wald immer noch schlimmer aus. Man sah in diesem Bereich auch nur wenige junge heranwachsende Bäume, dafür Totholz so weit das Auge reicht:


Blick aus 1320 m Höhe - nähe des Waldschmidthauses - nach Westen/Nordwesten auf den Vorderen Bayerischen Wald. Regelrecht gespenstisch wirkte hier der abgestorbene Fichtenwald:


Blick zum "König des Bayerischen Waldes" den 1456 m hohen Großen Arber. Links vom Arber sieht man das Mittagsplatzl:


Dann sah man auch schon aus der Ferne das Waldschmidthaus und im Hintergrund den Gipfel des Großen Rachel:


Blick zum Waldschmidthaus (1360 m NN) mit Großem Rachel (1453 m) im Hintergrund:


Hier am Waldschmidthaus wird seit vielen Jahren eine Klimastation betrieben, welche auf 1360 m Höhe rund um die Uhr alle wichtigen Wetterelemente wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag und den Wind misst. Die Wetterstation wird dabei mit Solarenergie betrieben:


Blick auf die Wetterstation mit Waldschmidthaus (auch Rachelschutzhaus genannt) im Hintergrund. Von Mitte Mai bis Mitte November hat das Waldschmidthaus täglich geöffnet und man kann sich dort Brotzeiten schmecken lassen.
Der Niederschlagsmesser (ganz rechts im Bild) ist in 3 Meter Höhe angebracht, was wegen dem meterhohen Schnee im Winter auch großen Sinn macht. Schneedecken von über 3 Meter sind hier in den Wintermonaten nichts seltenes. Mitte Februar diesen Jahres lag exakt an dieser Stelle wo die Wetterstation steht genau 200 cm Schnee:


Blick nochmals zurück zum Rachelschutzhaus mit Brotjackelriegel (1011 m) im Hintergrund:


Nun folgten die letzten 90 Höhenmeter in Richtung Rachel-Gipfel. Altschneereste sah man süd- und westseitig zunächst nur wenige, was sich jedoch unmittelbar in Gipfelnähe schlagartig änderte. Dafür sah man in geschützten Stellen Reste von Neuschnee, welcher in den vergangenen Tagen gefallen war:


Der Ausblick nach Süden auf die Täler des Bayerwaldes wurde Höhenmeter für Höhenmeter immer besser:


Desto weiter man hinauf kam, desto mehr Neuschnee bekam man zu Gesicht:


Kurz vor Erreichen des Gipfels sah man zwischen abgestorbenen Baumstämmen zum Kleinen Rachel (1399 m). Direkt dahinter ragt im Hintergrund der Kleine und Große Arber (1456 m) empor:


Direkt am Gipfel wurde der Schnee schlagartig mehr! Der Altschnee türmte sich hier nordostseitig noch teils meterhoch auf.
Endlich hatte ich den Gipfel des 1453 m hohen Großen Rachel erreicht. Der Große Rachel ist nach dem Großen Arber (1456 m) der zweit höchste Berg im Bayerischen Wald:


Blick zum felsigen Rachel-Gipfel (1453 m) mit stattlichem Gipfelkreuz. Bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt war es spätwinterlich kalt:


Blick über das Gipfelplateau des Großen Rachel (1453 m) mit Bergwachthütte. Bei Temperaturen um -1 Grad Celsius waren die Fichten am Gipfelbereich noch mit Raureif überzogen. Die Schneehöhe am Gipfelbereich betrug im Mittel noch gut 100 cm. Ein Schneemesspegel, welcher etwas unterhalb des Gipfels angebracht ist, zeigte mit 110 cm die Schneehöhe meiner Meinung recht repräsentativ an:


Späterwinterwetter am Großen Rachel am 07. Mai 2019. Hier ist der Blick vom Gipfel nach Südosten zu sehen. Ganz im Hintergrund sieht man den Boubin (1362 m) herausragen. Der Boubin ist der höchste Berg im Nationalpark Sumava auf tschechischer Seite des Böhmerwaldes:


Blick über das Gipfelplateau des Großen Rachel am 07.05.2019:


Auch wenn die Aussicht an diesem Tag nicht perfekt war, trotz allem sah man sehr gut nach Osten auf die Hochfläche des Böhmerwaldes, welche durchgehend eine Höhe zwischen 1000 und 1250 m erreicht:


Auch auf der Westseite des Gipfels lag noch eine Menge Altschnee. Hier im Bild sieht man den Ausblick nach Nordwesten auf den Vorderen Bayerischen Wald zwischen Dreitannenriegel (1092 m), Hirschenstein (1095 m), Pröller (1049 m) und Bernhardsnagel (893 m)


Blick vom Großen Rachel nach Norden/Nordwesten auf den Kleinen Rachel (1399 m). Direkt dahinter ist das Arbermassiv zu sehen. Rechts davon der 1315 m hohe Falkenstein:


Zoom zum Kleinen Rachel, dahinter Kleiner Arber, Großer Arber, Kleiner Osser, Großer Osser, Zwercheck und Großer Falkenstein:


Noch näherer Zoom nach Nordwesten zum Arbermassiv und ins Künische Gebrige mit Kleinem und Großem Osser. Ganz rechts im Bild sieht man gerade noch so den Großen Falkenstein, welcher eine Höhe von bis zu 1315 m erreicht:


Blick nach Westen/Nordwesten auf die weite Waldlandschaft des Bayerischen Waldes. Im Hintergrund ragen die Bergketten des Vorderen Bayerwaldes zwischen Dreitannenriegel (1092 m) und Pröller (1049 m) empor:


Hier nochmals das gleiche Foto mit Blickrichtung Nordwesten, nur dieses mal mit Bestimmung der Bergnamen:


Blick vom Großen Rachel (1453 m) nach Norden zum Kleinen Rachel (1399 m). Im Hintergrund sieht man die Bayerwaldberge zwischen Arbermassiv und Mittagsberg (tschechisch: Polednik / 1315 m NN). In der Bildmitte im Hintergrund sieht man Bergketten des Künischen Gebirges mit u.a. Kleinen und Großen Osser:


Hier nochmal exakt das gleiche Bild, nur mit Bergnamenbestimmung:


Blick vom Gipfel nach Osten/Südosten auf die Böhmerwaldhochfläche. Ganz rechts im Hintergrund sieht man wieder den 1362 m hohen Boubin. Die Böhmerwaldhochtäler, welche hier im Bild zu sehen sind, weisen sehr raues Klima auf. Selbst in den Sommermonaten kommt es dort regelmäßig zu mäßigen nächtlichen Luftfrösten zwischen -5 und -10 Grad Celsius. Wetterstationen wie beispielsweise im Weitfällerfilz (Rokytská slať / 1080 m), in Perla (1058 m) oder im Lusental (Březník / 1135 m) beweisen dies Jahr für Jahr aufs Neue:


Das spätwinterliche Feeling, welches am Gipfel vorherrschte, kommt auch auf diesem Bild - mitunter auch wegen den verreiften Bäumen - wieder gut zur Geltung! Hier im Bild ist der Blick vom Gipfel nach Südosten zum Berg Boubin (1362 m) zu sehen. Zusammen mit dem 1264 m hohen Bobík bildet der Boubin ein mächtiges, das östliche Böhmerwaldvorland dominierendes Massiv:


Nach Nordosten hat man einen herrlichen Blick zum Mittagsberg (tschechisch: Polednik / 1315 m), welcher sich bereits knapp auf tschechischer Seite befindet. Auf dem Mittagsberg befindet sich ein 37 Meter hoher Aussichtsturm mit insgesamt 227 Treppenstufen. Von dort oben bietet sich ein grandioser Rundumblick über den gesamten Bayer-/Böhmerwald:


Blick auf den Gipfel des Großen Rachel (1453 m) von Norden her. Direkt in Gipfelnähe findet man noch die meisten gesunden Fichten vor. Auf der Westseite des Gipfels liegt noch gut ein halber Meter Schnee:


Blick nach Nordosten auf den Mittagsberg (1315 m) und auf die Weitfällerfilze, welche rechts in der Bildmitte zu sehen sind. Der Weitfällerfilz ist ein Hochmoorkomplex auf 1080 m Höhe östlich des Großen Rachel im tschechischen Nationalpark Sumava. Es handelt sich hierbei um das größte Moorgebiet im Böhmerwald. Aufgrund der Tallage auf knapp 1100 m Höhe - umgeben von Bergen zwischen 1300 und 1400 m kühlt es dort besonders in sternenklaren Nächten immer stark ab. An der Wetterstation in Weitfällerfilz (Rokytská slať) auf 1080 m verging bisher seit Messbeginn im Jahr 2009 kein einziges Monat ohne Luftfrost. Am 06.02.2012 wurde dort eine Tiefsttemperatur von -38,1 Grad Celsius gemessen. Am 07.01.2017 wurden immerhin bis zu -34,6 Grad Celsius gemessen. Am 05.02.2019 reichte es für bis zu -30,5 Grad Celsius:


Blick über den immer noch winterlichen Gipfelbereich des Großen Rachel mit Bergwachthütte. Bei Temperaturen um -1 Grad Celsius herrschten winterliche Verhältnisse. In normalen Wintern türmen sich hier die Schneemassen meterhoch auf:


Hier ist der Ausblick nach Norden zu sehen mit ganz links im Bild dem 1315 m hohen Großen Falkenstein:


Während meines etwa 30-minütigen Aufenthalts am Gipfel sah ich weit und breit keine Menschenseele. Da der Rachel-Gipfel im Gegensatz zum Arber nur zu Fuß erreichbar ist, kann man hier oben am Gipfel noch häufig totale Ruhe finden:


Hier am Großen Rachel liegt an rund 200 Tagen im Jahr eine geschlossene Schneedecke, wobei die letzten Schneereste oftmals erst im Juni verschwinden. Schneefälle sind das ganze Jahr über möglich. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge beträgt ca. 1800 Millimeter:


Blick von Osten her auf den Rachel-Gipfel mit Gipfelkreuz:


Hier im Bereich der Bergwachthütte auf rund 1450 m Höhe lag noch einiges an Schnee. Im Hochwinter wird die rund 3,5 Meter hohe Holzhütte regelmäßig zugeweht:


Blick nach Osten/Nordosten auf die Hochebene des Böhmerwaldes, welche durchgehend eine Höhe zwischen 1000 und 1300 m erreicht. Etwa in der Bildmitte sieht man den Poldenik (deutsch: Mittagsberg / 1315 m), welcher bereits auf tschechischer Seite des Böhmerwaldes zu finden ist. Rechts im Bild sieht man im Hochtal die Maderer Filze in der tschechischen Gemeinde Modrava. Die Maderer Filze (Modravské slatě) sind das größte Hochmoorkomplex des Böhmerwaldes mit den seit 1933 unter Schutz stehenden Mooren Rokytská slat´ (Weitfäller Filz), Rybárenská slat´ (Fischerfilz) und Mlynářská slat´ (Müllerschachtelfilz). Das mit den umliegenden Wäldern 3615 Hektar große Naturschutzgebiet mit bedeutender Auerhuhnpopulation bildet die für Besucher unzugängliche Kernzone des Nationalparks Šumava. Die Filze stellen ein großes Wasserreservoir dar, das vor allem den Rachelbach speist:


Der Winter ist dem Großen Rachel noch lange nicht gewichen! Im Mittel lagen am 07.05.2019 noch 1 Meter Schnee rund um den Gipfel auf 1450 m Höhe.
Blick von Osten her auf den Gipfel des Großen Rachel bei spätwinterlichem Wetter:


Hier ist im Vordergrund eine alte Schneewehe von der Bergwachthütte zu sehen. Im Hintergrund der Rachel-Gipfel im Nationalpark Bayerischer Wald:


Bis hier am Großen Rachel die letzten Schneereste verschwinden, muss man meistens bis Mitte/Ende Juni warten.


Nochmals ein Blick auf den Gipfel des Großen Rachel mit Gipfelkreuz von Süden her:


Blick über den felsigen Gipfelbereich des Großen Rachel (1453 m) mit Bergwachthütte. Die Hütte bietet übrigens keinen Schutz bei Gewittern und Sturm:


Das felsige Gipfelplateau des Großen Rachel (1453 m), dem höchsten Berg des Nationalpark Bayersicher Wald. Vom Gipfel hat man in fast alle Himmelsrichtungen einen grandiosen Ausblick:


Im Hochwinter türmen sich hier die Schneewände immer meterhoch. Am 07.05.2019 lag bei spätwinterlich kaltem Wetter noch einiges an "Restschnee":


Bestes Spätwinterwetter herrschte am 07.05.2019 am Großen Rachel auf ca. 1450 m Höhe bei noch im Mittel 1 Meter Schnee und verreiften Fichten. Die Altschneedecke war aufgrund von Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt hart gefroren. Bei den ersten 3-4 cm handelte es sich um Neuschnee aus den vergangenen Tagen:


Nachdem ich den Aufenthalt am Rachel-Gipfel für 30-45 Minuten ausgiebig genoss, trat ich den Abstieg in Richtung Rachelkapelle und Rachelsee an.
Hier im Bild ist der Ausblick nach Osten auf die Urwaldlandschaft des Böhmerwaldes zu sehen. In den Sommermonaten bilden sich hier - wenn es die Wetterlage natürlich zulässt - orografisch bedingt häufig kräftige Wärmegewitter. Auch Superzellen konnte ich von Eggerszell aus in diesem Bereich in den letzten Jahren beobachten. Am 26.05.2009 befand sich genau hier eine stationäre Superzelle (Link mit Bildern zum damaligen Ereignis)


Auf gut 1400 m Höhe zeigte ein Schneepegel eine Schneehöhe von exakt 110 cm. Die 3-Meter-Marke wurde in diesem Winter 2018/19 am Großen Rachel mit Sicherheit ins Visier genommen:


Satte 110 cm Schnee lagen am 07.05.2019 noch am Großen Rachel im Bayerischen Wald:


Blick auf den Osthang des Großen Rachel bei spätwinterlichem Wetter. Rechts im Bild ist der Schneepegel zu sehen:


Blick nach Osten auf die weite Waldlandschaft des Bayer-/Böhmerwaldes:


Nochmals der Blick zurück in Richtung Rachel-Gipfel:


Auf der Ostseite des Großen Rachel hat man einen super Fernblick nach Osten und Südosten. Ostseitig lag auch noch auf 1350 m Höhe noch eine geschlossene Schneedecke zwischen 50 und 100 cm:


Dann wurde auch der Blick zum 1373 m hohen Lusen frei:


Schöne Aussicht nach Südosten in Richtung Plattenhausenriegel und Lusen:


Hier nochmals das gleiche Foto mit Blickrichtung Südosten, nur dieses mal mit Bestimmung der Bergnamen:


An den Stellen wo der Wind wieder besser durchgreifen konnte, lag deutlich weniger Schnee. Zudem wurde der Schnee, auch wegen der immer niedrigeren Höhenlage, stetig weniger:


Blick zum Plattenhausenriegel, Lusen und Waldhäuserriegel. Ganz im Hintergrund erkennt man ganz zart die Höhenzüge des Haidel, Dreisessel und des Plöckenstein:


Charakteristisch für die Gegegend rund um den Großen Rachel ist die große Zerstörung des Waldes vom Borkenkäfer seit 1995. Da der Berg aber im Nationalpark liegt und dieser unter dem Motto "Natur Natur sein lassen" handelt, wurde damals nicht gegen den Borkenkäfer unternommen.
Hier auf ca. 1300 m Höhe sah man selbst an ungeschützten Stellen noch größere Schneefelder:



Blick auf die Ostseite des Großen Rachel:


Blick auf den Mittagsberg (1315 m), im Vordergrund abgestorbener Wald, welcher dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen ist:


Blick zum Bärenlochriegel (1304 m) und zum 1372 m hohen Plattenhausenriegel. Im Vordergrund die Felsenkanzel, welche eine Höhe von 1150 m erreicht:


Hier sieht man bereits in der Ferne den Rachelsee (1071 m) im Tal:


Blick auf die Rachel-Seewand mit Großen Rachel (1453 m)


Dann führte mich der Wanderweg an der Rachelkapelle (1212 m) vorbei. Von der Kapelle aus bietet sich ein herrlicher Ausblick auf den Rachelsee und auf die Rachel-Seewand:


Blick von der Rachelkapelle (1212 m) zum Großen Rachel mit Rachel-Seewand. Die Rachel-Seewand ist sehr steil und felsig:


Blick auf den Rachelsee von der Rachelkapelle aus. Der See entstand als eiszeitlicher Karsee, nachdem die Schmelzwässer des geschmolzenen Rachelgletschers durch einen Wall von Moränen aufgestaut wurden:


Hier im Bild ist der Rachelsee (1212 m) aus nächser Nähe zu sehen. Unter der dunkelbraun gefärbten Wasseroberfläche verbirgt sich eine Tiefe von 13,5 m. Der 5,7 ha große See, ist wegen seines Mangels an Kalksalzen und der Bodenversauerung, arm an Wassertieren und Fischen:



Anschließend ging es über den Parkplatz Gfäll (945 m) wieder zurück ins Tal nach Spiegelau zu meinem Auto. Insgesamt war es eine sehr tolle Wandertour in wunderschöner Landschaft, in welcher ich gleich mehrere verschiedene Klimazonen durchlief.

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