Windgeschwindigkeiten

Als Wind wird in der Meteorologie eine gerichtete stärkere Luftbewegung in der Atmosphäre bezeichnet. Es ist ein physikalischer Vorgang. Den Wind kann man selber nicht sehen, nur wenn er Äste und Sträucher bewegt wird er sichtbar! Warum weht eigentlich Wind? Ganz einfach: Am Tag erwärmt die Sonne die Erde. Da warme Luft leichter ist als kalte Luft, steigt die warme Luft nach oben in den Himmel. Die schwerere, kühle Luft sinkt nach unten, erwärmt sich und steigt als warme Luft wieder nach oben. So entsteht eine Luftströmung, die wir schließlich WIND nennen.
Für die Pflanzen und Bäume ist der Wind besonders wichtig. Durch ihn werden ihre Samen verteilt und so können im nächsten Jahr wieder auf anderen Wiesen Blumen und Pflanzen wachsen!

Windstärke und Geschwindigkeit:

Die Beaufortskala

Die Beaufortskala ist eine Skala zur Klassifikation von Winden nach ihrer Geschwindigkeit. Es handelt sich um das am weitesten verbreitete System zur Beschreibung der Windgeschwindigkeit:

Windstärke in Bft Windstärke in km/h Bezeichnung der Windstärke Auswirkungen
0 0 - 2 Windstille Keine Luftbewegung , Rauch steigt senkrecht empor
1 2 - 5 leiser Zug Windzug auf der Haut gerade merklich spürbar, Blätter und langes Gras bewegen sich leicht
2 6 - 11 leichte Brise Wind im Gesicht spürbar, Blätter beginnen zu rascheln, Gräser bewegen sich
3 12 - 19 schwache Brise Blätter und dünne Zweige bewegen sich, Wimpel werden gestreckt
4 20 - 28 mäßige Brise Zweige bewegen sich, Staub, Papier und trockene Blätter werden aufgewirbelt
5 29 - 38 frische Brise Größere Zweige und dünne Bäume bewegen sich, feiner Sand beginnt zu fliegen
6 39 - 49 starker Wind Dicke Äste bewegen sich, Sand fliegt über den Boden, Wind auf freier Fläche hörbar
7 50 - 61 steifer Wind Bäume Schwanken, beginnender Widerstand beim Gehen, kräftig fliegender Sand
8 62 - 74 stürmischer Wind Zweige brechen, Erhebliche Behinderung beim Gehen
9 75 - 88 Sturm Dickere Äste brechen, Gartenmöbel werden umgeworfen, kleinere Schäden an Häusern
10 89 - 102 schwerer Sturm Bäume werden entwurzelt, Baumstämme brechen, größere Schäden an Häusern, Dachziegel beginnen abzuheben
11 89 - 102 orkanartiger Sturm Dächer werden abgedeckt, Autos werden aus der Spur geworfen, gehen unmöglich
12 ≥ 117 Orkan Schwerste Sturmschäden und Verwüstungen

Windspitzen in Eggerszell:

Die höchste Windgeschwindigeit seit Aufzeichnungsbeginn (Januar 2007) wurde am 24.07.2007 während eines Kaltfrontdurchgangs mit Blitz u. Donner registriert. An diesem Tag konnte eine Böe bis 85,6 km/h (Windstärke 9) an der Wetterstation Eggerszell gemessen werden.
In früheren Jahren zuvor wüteten aber bereits weitaus stärkere Winde! Am 26.12.1999 erreichten wir bei Orkan Lothar in der Gemeinde Rattiszell nachmittagliche Windspitzen knapp über 140 km/h. Damals gab es besonders in den Wäldern verbreitet starke Windschäden. In exponierten Gebieten gab es sogar ganze Windbrüche!
Im Sommer 1988 produzierte eine Superzelle (aus dem Gäuboden heranziehend) einen Tornado zwischen Haselbach und Rattiszell. Die Windhose hinterlies in Waldgebieten eine Schneise der Verwüstung, welche Windgeschwindigeiten weit über 150 km/h vermuten lassen.
Am 08.06.2008 kam es nur wenige Meter von Eggerszell entfernt zu einer Tornadobildung. Recherchen ergaben dabei, dass es im Tornadorüssel Windspitzen von ebenfalls über 150 km/h gab. Eine Waldfläche im Umkreis von ca. 300 m wurde dabei komplett zerstört... Zu den Tornadofotos!

Einige Fotos des Tornados in Eggerszell: